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webEdition6 unter Windows patchen

Geschrieben am 27.4.2009 11:30
von Armin Schulz
Kategorie: webEdition

webEdition ist jetzt "Open Source" und soll/muss unter Beteiligung der Nutzer weiter entwickelt werden. Das bedeutet aber, dass fachkundige Nutzer wie ich (mit ausreichenden Fähigkeiten im Bereich der PHP-Programmierung sowie intimen webEdition Kenntnissen), dabei mitarbeiten können, und um das ganze System zu erhalten, auch sollten!

webEdition selbst schraubt dabei die Anforderungen sehr hoch: so wird dort eine Unix-Umgebung (ob als realer Computer oder als virtuelle Maschine) verlangt und vorausgesetzt. Das aber schließt meiner Meinung nach eine Menge fähiger Leute unnötig aus, sei es, weil sie sich mit Unix (Linux) nun gar nicht auskennen oder befassen wollen, oder weil sie, wie ich, schlichtweg keine Lust auf noch eine weitere virtualle Maschine haben, die separat zum normalen Arbeitssystem gepflegt und gewartet werden muss.

Was ist also für eine Entwicklungsumgebung notwendig:

  • Ein Client für das verwendete Versions-Control-System Subversion
  • Ein "passender" Editor (Entwicklungsumgebung)

Der SVN-Client

Es gibt eine Reihe von kompletten Entwicklungsumgebungen, die SVN direkt unterstützen, sei es Eclipse, Zendstudio und auch andere. Aber man will ja seine Entwicklungsumgebung nicht unbedingt vollständig wechseln.

Sucht man auch nur ein wenig, so stößt man sehr schnell auf einen sehr schönen "reinen" SVN-Client unter Windows, nämlich TortoiseSVN >>.

Tortoise (aus dem englischen, deutsch Schildkröte) ist eine Windows-Shell-Extension, wird also im Wesentlichen über die rechte Maustaste bedient.

Es ist verfügbar für alle halbwegs aktuellen 32- und 64-bit Windows-Versionen und kann in Deutsch betrieben werden. Darüber hinaus können mit ihm problemslos Patches erzeugt werden, die den webEdition Anforderungen genügen.

[nach oben]

Download, Installation und Einrichtung

Nach dem Download >> und der Installation (über das Setup-Programm) sollten im ersten Schritt die deutschen Sprachdateien herunter geladen und installiert (ebenfalls über ein Setup-Programm) werden.

Der nächste Schritt ist das Anlegen eines Verzeichnisses an beliebiger Stelle über den Windwos-Explorer (z.B. PatchWebEdition6Patches). Hier spielt sich alles weitere ab. Innerhalb dieses Verzeichnisses legt man einen neuen Ordner mit dem Namen trunk an.

Danach auf dem Ordner trunk die rechte Maustaste drücken und "SVN-Auschecken" anwählen. Im folgenden Dialog

bei Ziel des Projekt-Archivs eingeben:

https://webedition.svn.sourceforge.net/svnroot/webedition/trunk.

Tortoise kopiert dann alle Daten aus dem SVN (was durchaus etwas dauert).

Das erzeugte trunk-Verzeichnis wird jetzt von Tortoise überwacht. Kopiert man dieses Verzeichnis (einfach copy/paste), so registriert Tortoise das, und zeigt an, dass es sich um eine nicht modifizierte Kopie des Originals handelt (sowohl der Kopiervorgang, als auch das Erkennen dauert aber wiederum etwas, nur nicht die Geduld verlieren). Nimmt man Änderungen an der Kopie vor, so erkennt Tortoise dies und zeigt das auch an.

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, die jeweilige Kopie immer mit der jeweiligen Fehlernummer aus der Bugbase zu benennen.

[nach oben]

Erzeugung von Patches

webEdition gibt als Kommando für die Erzeugung eines Patches mit dem Unix-Tool diff das folgende Beispiel:

diff -Naur banner_original/  banner/ > myPatchFile.patch

Die Optionen haben dabei folgende Bedeutung:

  • N: gibt es eine Datei in nur einem der beiden Verzeichnisse, so wird es behandelt, als gäbe es diese Datei im anderen Verzeichnis als leere Datei.
  • a: behandle alle Dateien als Text, auch wenn Sie keine Textdateien sind und Vergleiche Zeile für Zeile
  • u: Nutze das sogenannte unified output Format, und zeige jeweils drei Zeilen vor und nach geänderten Zeilen
  • r: arbeite Verzeichnisse rekursiv ab.

Das ist nichts anderes als das Standard-Format für Patch-Dateien.

Übrigens, ein exaktes Duplikat zum Unix-Dif gibt es mit DiffUtils for Windows (nach der Installation den Pfad des bin-Verzeichnisses in die Umgebungsvariable Pfad aufnehmen), es wird aber nicht benötigt. 

Den Tortoise hat sein eigenes Patch-Program.
Also, mit der rechten Maustaste auf die Kopie klicken:

Tortoise durchsucht den kopierten Trunk nach Änderungen und bietet einen Dialog, bei dem man einzelne betroffene Dateien abwählen kann (falls man verschiedene Probleme in einer Kopie beseitigt hat).

Ein OK erzeugt dann die entsprechende Patch-Datei. Der Name ist dabei frei wählbar. Der vorgeschlagene Speicherort liegt im kopierten Trunk-Verzeichnis. Ich persönlich speichere den Patch immer eine Verzeichnisebene höher (siehe Bild oben).

Tortoise stellt dann die Patchdatei sehr schön übersichtlich dar:

Darin enthalten Angaben zu betroffenen Dateien und Version des Original-Trunks.

[nach oben]

Entscheident ist der "richtige" Editor

Anfangs habe ich mir über den Editior überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich habe einfach Textpad verwendet, mein Standard-Editor für Textdateien. Anschließend habe ich mich sehr gewundert, dass nach einer Änderung eines einzelnen Zeichens in einer einzelnen Zeile in der Patchdatei Änderungen an mehr als 10 Zeilen angezeigt wurden. Alle Änderungen (bis auf eine) betrafen zwar nur Leerzeilen, aber das macht die Patchdatei völlig unübersichtlich.

Nicht jeder Editor beläßt Zeilenenden (von Leerzeilen) im Ursprungsformat (unterschiedliche Darstellung von Zeilenenden bei Unix/Windows).

Bei Patches an großen Dateien (z.B. we_tag.inc), erhält man dann schnell eine Patchdatei von 187kB, bei realen Änderungen an genau einer Zeile.

Textpad ist also definitiv ungeeignet, selbst für die simpleste Änderung.

Ein Editior der funktioniert, ist dagegen Dreamweaver aus der CS3 Serie. Bei Ihm gibt es diese Probleme nicht (und er bietet auch andere Vorteile).

Vielleicht können Leser ja noch Empfehlungen für funktionierende Editoren als Kommentar abgeben.

[nach oben]

Kommentare zu dieser Meldung:

Martin Schurbohm schrieb am

Ich habe grade fluchend meinen ersten Patch erstellt.
Schuld war nicht direkt der Editor (UltraEdit), sondern eine Einstellung die "eigentlich" bislang nicht gestört hat.
"Leerzeichen am Zeilenende beim Speichern entfernen" - das gibt dann ähnliche Effekte, wie die Änderung des Zeilenende-Zeichens, sprich riesige Patch-Dateien.

 

Ihr Kommentar:




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